Suppe von Heckengäu-Linsen

Die Kargheit einiger schwäbischer Landschaften, wie der Schwäbischen Alb, ist ja weithin bekannt. Das Heckengäu gehört aber nicht dazu, ist es doch geprägt von Getreidefeldern und Streuobstwiesen. Mein erster Test heimischer Linsen fiel auf die im Heckengäu wieder angebauten Puy-Linsen. Die kleinen Linsen sind wahre Geschmacksbomben. Ursprünglichere Linsensorten werden auf der Schwäbischen Alb angebaut. Linsen gehören zu den ältesten Ackerfrüchten und gedeihen auch in schwierigerem Klima.

Anbau

Verzehrt werden ausschließlich die Samen. Linsen werden vor allem in Spanien, Russland, Chile, Argentinien, den USA, Kanada und Vorderasien angebaut. Allein in Indien sind über 50 Sorten verbreitet. In Deutschland werden sie in kleinsten Mengen auf der Schwäbischen Alb[7] und in Niederbayern angebaut. Vor allem die kargen Böden der Schwäbischen Alb eignen sich für den Anbau der anspruchslosen Linse.

 
Linsenpflanzen

 
reife Linsenpflanzen

Angebaut wird zumeist als Mischkultur gemeinsam mit Getreide, das die nötige Rankhilfe darstellt. Geerntet wird mit Mähdreschern. Das Erntegut besteht aus einer Mischung von Getreidekörnern und Linsen, die in einem technisch aufwendigen Verfahren getrennt werden müssen. Linsen können als Leguminosen auch auf schlechten Böden und unter ungünstigem Klima angebaut werden, die Ernteerträge sind aber insgesamt zu gering und gleichzeitig ist der technische Aufwand zu hoch, als dass sie in Deutschland im großen Stil zu konkurrenzfähigen Preisen angebaut werden könnten. Die Erträge schwanken je nach Witterung und Anbaubedingungen zwischen 200 und 1000 kg pro Hektar.[8]

 
Linsensamen: geschälte rote und gelbe Linsen, braune Tellerlinsen

Im Handel verbreitet sind:

  • Tellerlinsen (meist ungeschält, braun) – auch als Konserve
  • Rote Linsen (kleiner, bereits geschält und teilweise auch halbiert) – kochen weicher und breiiger
  • Berglinsen
  • Beluga-Linsen – schwarz, bleiben beim Kochen bissfest, sehen ähnlich aus wie Beluga-Kaviar
  • Puy-Linsen – grüne Linsen, auch französische Linsen genannt, ursprünglich aus den vulkanischen Böden um Le Puy in Frankreich
  • Gelbe Linsen

In Deutschland werden Linsen oft mit Suppengrün und Mettwurst zu einer Suppe verkocht. Dabei wird regional auch etwas Essig zugegeben, was den Schaum beim Kochen mindert und angeblich die Verdaulichkeit verbessert. „Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle“ ist ein Nationalgericht der Schwaben.

Linsen sind leichter verdaulich als Erbsen oder Bohnen und haben einen hohen Eiweißanteil von 25 bis 30 % in der Trockenmasse, wodurch sie besonders bei zeitweiligem Fasten oder dauerhaft vegetarischer Ernährung ein wertvolles und zugleich preiswertes Nahrungsmittel darstellen. Bemerkenswert ist ebenso ihr hoher Gehalt an Zink, welches eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt. Da sie kleiner sind als andere Hülsenfrüchte, brauchen sie auch weniger Einweich- und Kochzeit.

Ungeschälte Linsen lassen sich auch keimen und dann verarbeiten. Es gibt Hinweise auf eine verbesserte Aufschließung von Nährstoffen durch Keimen.[9] Der Keimvorgang vervielfacht den Gehalt an B-Vitaminen in Linsen und anderen Samen. Linsenkeime enthalten auch Vitamin C.

Geschichte

Funde aus den mesolithischen Schichten (lithic assemblages VIII, IX) gehören zur Art Lens nigricans oder Lens ervoides. Eine Domestikation ist nicht anzunehmen.[10]

Die Linse stammt wahrscheinlich von der Wildlinse Lens orientalis aus Kleinasien.[2] Sie ist seit Beginn des Ackerbaus bei Menschen im Neolithikum eine der Hauptnutzpflanzen der aus dem fruchtbaren Halbmond stammenden Kulturen und wurde z. B. in Bulgarien[11] oder in der Höhle von Franchthi in Griechenland bereits in den frühesten neolithischen Schichten gefunden, die um 7000 v. Chr. datieren.

Linsen wurden auch in der mitteleuropäischen Linearbandkeramik gefunden, wo sie seit der ältesten Phase, etwa 5500 v. Chr. bekannt sind.[10] Im Alten Ägypten waren Linsen eines der Grundnahrungsmittel, und auch in Palästina kannte man sie: In der Genesis heißt es in Kap. 25, Vers 29–34: „Jakob gab Esau Brot und ein Linsengericht und er begann zu essen und zu trinken. Dann stand er auf und ging seines Weges. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.“[https://de.wikipedia.org/wiki/Linse_(Botanik)]

 

Zutaten für 4 Suppen als Vorspeise:

Rinderbrühe 800 ml
Schwäbische
Heckengäu Linsen
120 g
Schalotten 2-3 Stück
Knoblauch 2-3 Zehen
Tomaten 4 Stück
Staudensellerie 4 Stangen
Olivenöl 2-3 Eßl
Piment 10 Korn
Pfeffer, grün getrocknet 20 Korn
Wacholderbeeren 2 Stück
Liebstöckelblätter 1-2 Tl
Lorbeerblätter 1 Blatt
Meersalz
  • Schalotten und Knoblauch schälen und hacken.
  • Die Tomaten waschen und den Stielansatz herausschneiden. Dann jeweils achteln. Wer mag kann die Tomaten vorher enthäuten.
  • Den Staudensellerie waschen. Die Blätter in feine Streifen schneiden und beiseite stellen. Die Stangen in 1 cm breite Stücke schneiden.
  • Piment, Pfeffer und Wacholderbeeren im Mörser zerstoßen. Liebstöckel und Lorbeer zugeben.
  • Das Olivenöl in einem Topf mit schwerem Boden erhitzen und die Schalotten darin 2 Minuten bei mittlerer Hitze glasig schwitzen.
  • Den Knoblauch zugeben und 1 Minute mitdünsten.
  • Die Staudenselleriestücke, Tomaten und Linsen zugeben und mit der Rinderbrühe ablöschen und aufkochen.
  • Die Gewürzmischung zugeben und alles abgedeckt 45 – 60 Minuten leise köcheln lassen. Ab und zu umrühren.
  • Mit Salz abschmecken und servieren.

Diese leckere, kräftige Suppe kann auch mit Essig oder aber mit Schmand serviert werden.

 

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